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Lernen planen

Die diagnostischen Tätigkeiten einer Lehrkraft beginnen vor dem Unterricht, mit der Erhebung der Lernausgangslage. Die Lernausgangslage eröffnet Wissen, das Lehrkräfte benötigen, um Unterrichtsangebote passgenau zu individualisieren und die fachliche, pädagogische und sonderpädagogische Unterstützung an das Unterrichtsfach zu binden. Die KMK hat in ihren Standards für die Lehrerbildung die Diagnosekompetenz ausdrücklich hervorgehoben: „Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern, sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern.“ (KMK, 2004, S. 11)

Um grundlegenden Informationen über die Lernvoraussetzungen zu erhalten werden durch den diagnostischen Blick in die Breite (Z.B. durch Lernzielüberprüfungen, Testergebnisse, Lerndokumentationen und Portfolios  bisherige (sonder-) pädagogische Maßnahmen) erhoben und dokumentiert. Der diagnostische Blick in die Tiefe eröffnet Information über die fachlichen Kenntnisse. Dazu analysiert die Lehrperson in jeweiligen Fach Lernprodukte aus dem Unterricht. (z.B. Texte, Aufgaben oder Portfolios). Diese Informationen steuern die auf einzelne Kinder oder Lerngruppen bezogene Aufgabenauswahl.

Eine Analyse der Aufgabenauswahl, bezogen auf die impliziten Anforderungen, sorgt für ein Antizipieren der Lösungserwartungen und Ausloten der Potenziale oder Grenzen in den Lern- und Leistungsaufgaben.

Grafik Überblick

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Fragen zur Aufgabenanalyse

  • Welche Anforderungen stecken in der Aufgabe?
  • Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten werden abverlangt?
  • Welche Lösungswege können beschritten werden?
  • Welche Lösung wird erwartet?
  • Was wird als richtig oder falsch bewertet?

Perspektiven:

Diagnostischer Blick in die Breite

Informationen aus der schulischen Lernbiographie: Dokumentation in der Entwicklungsplanung

Nicht alles, was im Hinblick auf Informationssammlung und -weitergabe wünschenswert oder nützlich ist, muss neu erstellt werden. Vielfach hilft schon die Frage: Was ist im schulischen Kontext schon alles vorhanden?  Diese Frage richtet den  Blick auf Lernergebnisse, Lernprozesse,  Persönlichkeit, Umfeld, Kompetenzportfolio, lernbiografische Dokumentation und damit auf Dokumente, die wichtige Informationen zur Lernausgangslage bieten können.

Auf Grundlage dieser Dokumentation und der verschiedenen fachlichen, pädagogischen und sonderpädagogischen Maßnahmen (u.a. Scaffolding) können alle beteiligten Lehrpersonen die dokumentierten Erkenntnisse in die Planung, Durchführung und Nachbereitung ihres fachlichen Unterrichts einfließen lassen und den individuellen Lernprozess angemessen unterstützen oder neu planen.

Die Dokumentation enthält Aussagen über:

      • personelle, soziale, emotionale und domänenspezifische Kompetenzen
      • Lernergebnisse aus dem Unterricht
      • Ergebnisse aus der pädagogischen Diagnostik und dazugehörende spezifische fachliche Fördermaßnahmen
      • Nachteilsausgleiche 
      • überfachliche Kompetenzen aus dem Sozial- Lern- und Arbeitsverhalten und Maßnahmen
      • sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe
      • Informationen aus Kooperationen mit außerschulischen Partnern (Jugendhilfe, Therapeuten, Beratungen etc.)
      • spezifische Förderung z.B. LRS, Rechenschwäche, ADHS
      • Info über Einbindung der Schülerin und Schüler in ihre Förderung
      • zusätzliche Kenntnisnahme von Informationen aus der Schülerakte und dem Schülerstammblatt, ärztliche Gutachten und AO-SF

Lernbiographische Dokumentation: Zusammenstellung aussagekräftiger Lernergebnisse

Auf einer digitalen Plattform, die das Land NRW zukünftig zur Verfügung stellen wird, werden alle Dokumente, die für den jeweiligen Lernenden wichtig sind, abgelegt. Die Zugangsrechte haben ausschließlich die Personen, die am Lernprozess der Schülerin oder des Schülers beteiligt sind. Sie haben die Möglichkeit, notwendige Informationen abzurufen oder einzustellen und orts- und zeitunabhängig an der Lern- und Entwicklungsplanung zu arbeiten, um ihren Unterricht passgenau auf die individuellen Bedürfnisse ausrichten zu können. Die digitale Plattform ermöglicht einen schnellen Austausch und kooperatives Arbeiten unter den Kolleginnen und Kollegen.

Aktuelle Informationen werden in einem digitalem Karteikartebsystem schuljahrsbezogen für alle an Erziehung und Unterricht Beteiligten sichtbar abgelegt. Die Eltern werden aktiv in die Arbeit an der Dokumentation einbezogen. Nur mit ihrem Einverständnis können Dokumente an beteiligte Personen oder weiterführende Schulen weitergegeben werden. Mit Hilfe dieser  Dokumentation wird auch eine fundierte  Aussage zum Bildungsgang möglich.

Die Ablage von geeigneten Lernergebnissen durch die Lehrkräfte bildet aber nur eine Seite der unterrichtlichen Dokumentation ab. Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung sind durchaus selbst in der Lage, über sich Auskunft zu geben und eigene Lernwege zu gehen oder zu beschreiben. Die Dokumentation und Reflexion des eigenen Lernvermögens wird in der Lern- und Entwicklungsplanung besonders betont. Dies geschieht durch lernbegleitende Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler wie z.B. Lerntagebücher und Portfolios.

Diagnostischer Blick in die Tiefe

Informationen aus der lernprozessbegleitenden Diagnostik

Informationen aus der prozessbegleitenden Diagnostik werden aus dem aktuellem Unterricht zusammengestellt („Blick in die Tiefe“). Dazu werden unterrichtsimmanente diagnostische Verfahren eingesetzt. Sie ermitteln auf Mikroebene individuelle Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten in Domänen und Lernbereichen.

Die Lernausgangslage kann u. a. durch standardisierte Aufgabensammlungen und Tests, Analysen von Lernprodukten (z.B. qualitative Fehleranalysen), aber auch durch Instrumente wie Lernbeobachtungen und Lerngespräche erhoben werden.

Erstzugang: Allgemeine Diagnose/ Analyse der Lernaufgabe

Individuelle Lernergebnisse erfassen und analysieren

Die Lehrkräfte werten zunächst Lernergebnisse aus ihrem Unterricht aus, um Informationen über domänenspezifische Kompetenzen zu erhalten.

Warum wurde die Aufgabe nicht erfüllt?“ „Welche Schwierigkeiten zeigen sich hinter dem Arbeitsergebnis?“ „Wo brauche ich tiefergehende Informationen?“ „An welchen Stärken kann angeknüpft werden?“

Diese Fragestellungen führen zu Konstruktionsleistungen der Lernenden und verweisen auf  individuelle Bearbeitungswege und Lösungsmöglichkeiten.  Lernprodukte sind damit nicht Endpunkte des Lernens, sondern zentrales Element mittendrin. Die Analyse gibt Auskunft über den Lernstand der Lernenden und sind damit ein informatives Instrument der Diagnostik.

Aussagekräftige Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler werden  aus dem Unterricht genommen und von den Fachlehrkräften ausgewertet und analysiert, Aus den Analyseergebnissen, werden geeignete Unterstützungsmaßnahmen und Hilfen organisiert. Das Erheben dieser Lernstände aus dem Unterricht führt mit Feedback für den Schüler oder die Schülerin in entwicklungs- und lernfördernden Settings wieder in den Unterricht zurück.

Praxisbeispiele

Fachspezifischer Zugang: Diagnose nach den spezifischen Kompetenzanforderungen des Faches

Durch geeignete Verfahren der pädagogischen Diagnostik im Fach (z.B. Mathe sicher können, ILeA, qualitative Fehleranalyse) können Informationen zur differenzierten Unterrichtsplanung proaktiv gewonnen werden. Aus den diagnostischen Verfahren erhält die Lehrkraft zusätzliche Informationen über Kenntnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Die Lehrkraft erhält zusätzliche Informationen über vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten im fachlichen Lernen und kann differenziert Unterstützungsangebote anbieten. Diese Verfahren können auch proaktiv im Unterricht eingesetzt werden und im Vorfeld der unterrichtlichen Planungen für gute fachliche Hintergrundkenntnisse sorgen.

Hilfsmittel: geeignete diagnostische Verfahren z.B. Mathe sicher können (Bruchrechnen), ILeA (Lesen), qualitative Fehleranalyse (Rechtschreiben)

Vertiefender Zugang: Diagnose unter der Fragestellung eines sonderpädagogischen Bedarfes

Sonderpädagogische Orientierung und Diagnostik

Notwendige sonderpädagogische Diagnostik wird an der individuellen Situation des Schülers oder der Schülerin orientiert. Neben Nachteilsausgleichen werden entsprechende sonderpädagogische Erhebungen eingesetzt und Unterstützungsmaßnahmen ausgearbeitet. Die sonderpädagogische Unterstützung wird für diese Schülerinnen und Schüler entsprechend in den Vordergrund unterrichtlicher Überlegungen gestellt. Diese Maßnahmen sind konkret auf den Förderschwerpunkt bezogen und werden vor dem Hintergrund individueller Lernvoraussetzungen in die Lernangebote eingebunden.

Individuelle (sonder-)pädagogische Unterstützungsmaßnahmen

Nachteilsausgleich Primarstufe

Nachteilsausgleich Sekundarstufe I

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