Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Jahrgangsstufe 5/6, Unterrichtsbeispiel: "Migration geht uns alle an! – Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland"

Unterrichtsbeispiel

Jahrgangstufe 5/6, konkretisiertes Unterrichtsvorhaben: Migration geht uns alle an! – Zuwanderung in die Bundesrepublik Deutschland (orientiert am Kernlehrplan Gesellschaftslehre, Erdkunde, Geschichte, Politik mit dem Schwerpunkt Gesellschaftslehre für die Gesamtschule – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen).

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen das aktuelle politische Thema Zuwanderung von Flüchtlingen in Deutschland. Sie beschreiben, woher ihre Familien kommen, sie informieren sich anhand von Fallbeispielen geflüchteter Familien über die unterschiedlichen Gründe für das Verlassen der jeweiligen Heimat, beschäftigen sich mit der Situation nach der Ankunft in Deutschland sowie den Herausforderungen, die das Zusammenleben von Menschen aus vielen verschiedenen Nationen in der Schule und im Alltag darstellt. Abschließend soll die Frage nach der Perspektive für beide Seiten gestellt werden. Im Verlauf des Schuljahres kann diese Frage vertiefend anhand der eigenen Schulwirklichkeit behandelt werden.

Übergeordnete Kompetenzen:

Die Schülerinnen und Schüler

Sachkompetenz

  • ordnen einfache, sachbezogene Inhalte ein (SK 1),
  • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
  • charakterisieren den historischen Raum als menschlichen Handlungsraum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (SK 6),
  • beschreiben ausgewählte Personen und Gruppen in den jeweiligen Gesellschaften, ihre Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten (SK 9),
  • stellen in elementarer Form gesellschaftliche, ökonomische und politische Strukturen dar (SK 10),
  • beschreiben grundlegende gesellschaftliche, ökonomische und politische Prozesse (SK 11).

 Methodenkompetenz

  • recherchieren unter Anleitung in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen eigenständig unter Nutzung von Inhaltsverzeichnis, Register und Glossar zielgerichtet Informationen aus Schulbüchern und Atlanten (MK 1),
  • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 3),
  • benennen das Thema und beschreiben den Aufbau bzw. die Strukturelemente von einfachen Grafiken, Statistiken, Schaubildern, (Klima-) Diagrammen, Bildern sowie historischen Sachquellen und ordnen diese ein (MK 6),
  • identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich und geben diese zutreffend wieder (MK 11),
  • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 13),
  • erstellen mit Hilfestellung einfache Kartenskizzen, Diagramme, Zeitleisten und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 14).

 

Urteilskompetenz

  • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 2),
  • formulieren in Ansätzen einen begründeten, eigenen Standpunkt (UK 3),
  • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 4),
  • beurteilen überschaubare Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 5).

 Handlungskompetenz

  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 1),
  • gehen mit Differenzen im schulischen Umfeld angemessen um, d.h. sie suchen in konkreten Konfliktsituationen nach Verständigung bzw. umsetzbaren Lösungen und praktizieren Formen der Konfliktmediation (HK 5).

 Inhaltsfelder:

IF 1: Herrschaft, Partizipation und Demokratie

 

 

  IF 7: Disparitäten

 Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Formen politischer Beteiligung, Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen
  • Beziehungen zwischen Politik und Lebenswelt am Beispiel von Kindern und Jugendlichen in Familie, Schule und Stadt

  •  Lebensformen von verschiedenen Sozialgruppen in Deutschland
  • Umgang mit Konflikten im Alltag

 Vorhabenbezogene Konkretisierung

Fachdidaktische Idee:

Ausgangspunkt des Unterrichtsvorhabens ist die Recherche der persönlichen Migrationserfahrungen in der Familie. Das  Ziel ist, dass sich die SuS ihres eigenen Migrationshintergrundes bewusst werden und sich ihre Verwandten sich in einer ähnlichen Situation befinden, wie neu zugewanderte Kinder und Jugendliche. Die Vielfalt der Herkunftsländer (Verortung in einer Landkarte) wird ebenso deutlich wie das individuelle Gefühl des Fremdfühlens in unterschiedlichen Alltagssituationen.. Die aktuelle Situation von Flüchtlingen in der BRD erschließen sich die SuS über eine TV- Reportage: Flüchtlingskind Tiba (Fluchtgründe, die Flucht und Ankommen in Deutschland). Der Filmbeitrag ermöglicht einen emotionalen Zugang in die Thematik. Sachinformationen aus verschiedenen Textquellen zu den Themen Kinderrechte, Asylantrag und die Situation unbegleiteter Kinder und Jugendlicher werden auf einem Plakat festgehalten. Durch einen weiteren Film werden die kontroversen Haltungen hinsichtlich des Zusammenlebens mit Flüchtlingen vorgestellt: Warum lehnen Menschen Flüchtlinge ab, warum heißen Menschen Flüchtlinge willkommen? Tipps für den konkreten zwischenmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen finden die SuS in den Vorschlägen im AB aus „Die Zeit“, das darstellt, wie kleine Gesten den Flüchtlingen helfen, sich in der neuen Situation zurecht zu finden. Die Selbstevaluation am Ende des Unterrichtsvorhabens ermöglicht den SuS eine Reflexion und Überprüfung der erworbenen Kompetenzen.

Im Verlauf des Unterrichtsvorhabens werden Plakate/Texte erstellt (Einzugsbereich der Klasse, kommentierte Fluchtroute, Kinderrechte, Handlungsvorschläge), die an geeigneter Stelle im Schulgebäude für die Schulöffentlichkeit präsentiert werden können. In der Sequenz 5 wird angeregt, ein oder zwei Vorschläge zum Kennenlernen auszuwählen und sie auszuprobieren. Ebenso wie die Maßnahmen, die an der Schule schon praktiziert werden, ist das eine gute Möglichkeit das Unterrichtsvorhaben in den Schulalltag zu integrieren.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 befinden sich in einer Phase der Neuorientierung und Standortbestimmung. Ihre verschiedenen Erfahrungen, ihre Wünsche, Vorstellungen und Fragen sollen in den Unterricht einbezogen werden.

Viele Schülerinnen und Schüler sind bereits in ihrem Alltag mit der Thematik in Berührung gekommen, haben in ihrer Schule Auffangklassen oder aber in ihrer Klasse Flüchtlingskinder. Der Unterricht kann viele Fragen dazu aufgreifen, gemeinsam nach Antworten suchen und eine Sensibilisierung für das Schicksal der Flüchtlingskinder anstreben. Das Thema wird die Schülerinnen und Schüler auf ihrem weiteren Weg durch unsere Schule begleiten. Es wird erforderlich sein, es mit anderen Unterrichtsvorhaben (Europa) zu verbinden und aktuelle Veränderungen in der Gesellschaft zu berücksichtigen.

Die in der Spalte „Materialien“ angegebenen Links führen zu Seiten, die den entsprechenden Lern- und Arbeitsprozess unterstützen. In vielen Fällen wird es erforderlich sein, eine Auswahl zu treffen und dabei Zeit und Ort zu berücksichtigen. Mögliche Aufgabenstellungen dazu sind unter den Arbeitsmaterialien (M x.x.) formuliert.

 

Thema /
Problem bzw. Erschließungs-frage(n)

Fachdidaktische Idee(n) / Inhalte des Lern- und Arbeitsprozesses

Diagnostik/Methoden der Lernevaluation

Kompetenzen, zugleich Evaluationsindikatoren
Die Schülerinnen und Schüler können …

Materialien

 Sequenz 1: Meine Familie ist aus…

Vorwissen erheben: vorbereitende Hausaufgabe zusammen mit den Eltern/Großeltern: „Meine Familie ist aus…“

 

 

 

 

 

  • Zunächst dem Partner/der Partnerin erzählen, anschließend stellt jeder/jede seinen Partner/seine Partnerin im Sitzkreis vor.

 

  •  Bereit und fähig sein, sich auf verschiedene Einzelerfahrungen einzulassen, zuhören und berichten.

 

 

 

 

 

Übergeordnete Kompetenzen:

  • ordnen einfache, sachbezogene Inhalte ein (SK 1),
  • charakterisieren den historischen Raum als menschlichen Handlungsraum in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (SK 6),

 

 

 

 

 

 

 

 

Herkunftsort/Land mit kleinen Fähnchen oder Nadeln auf einer Karte markieren. Später kann auf diese Karte und die Ursachen der Migration zurückgegriffen werden.

  • „Einzugsbereich“ der Klasse skizzieren und später in der Klasse/Schule präsentieren.

 

  • Eine Karte erstellen und präsentieren.

 

  •  stellen in elementarer Form gesellschaftliche, ökonomische und politische Strukturen dar (SK 10),
  • recherchieren unter Anleitung in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen eigenständig unter Nutzung von Inhaltsverzeichnis, Register und Glossar zielgerichtet Informationen aus Schulbüchern und Atlanten (MK 1).

 

Jeder war schon einmal „fremd“.

  • Als ich mich fremd gefühlt habe.

 

 

 Sequenz 2: Warum verlassen Menschen ihre Heimat?

Spaziergang am Strand.

 

  • Gemeinsam die Bilderserie ansehen.

 

 

Übergeordnete Kompetenzen:

  • ordnen einfache, sachbezogene Inhalte ein (SK 1),

 

Fallbeispiel: Eine Familie auf der Flucht.

 

  • Film : Flüchtlingskind Tiba aus Syrien (bis 4:30).

 

  •  Filmgespräch mit dem Partner / der Partnerin
  • beschreiben ausgewählte Personen und Gruppen in den jeweiligen Gesellschaften, ihre Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten (SK 9),
  • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 4),
  • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 3).

Was bringt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen?

 

  • Vor dem Hintergrund aktueller Presse-meldungen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichen Ursachen von Migration auseinander.

 

  • Partner neu mischen (Memory), Ursachen in Stichworten zusammenfassen

  • Mindmap der Fluchtgründe erstellen

 

vgl. auch:

 

Sequenz 3: Auf der Flucht

Wie flüchtet man von Syrien nach Deutschland?

Was kann auf einer Flucht quer durch viele Länder passieren?

  • Film : Flüchtlingskind Tiba aus Syrien (ab 4:30).

 

  • Den Fluchtweg beschreiben und in eine Karte eintragen  
  • Besondere Vorkommnisse der Flucht in eine Tabelle eintragen

Übergeordnete Kompetenzen:

  • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 13),
  • erstellen mit Hilfestellung einfache Kartenskizzen, Diagramme, Zeitleisten und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 14).

 

 

Sequenz 4: In Deutschland angekommen – und dann?

Was sind die „ersten Schritte“ in Deutschland?

 

  • Das tägliche Leben in einem Lager: Geolino Teil 2 - Das Leben im Lager.pdf.
  • Mit einem Partner / einer Partnerin: das  Leben im Lager beschreiben, und aufzeigen, was Flüchtlinge in Deutschland nach ihrer Ankunft erwartet

Übergeordnete Kompetenzen:

  • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
  • stellen in elementarer Form gesellschaftliche, ökonomische und politische Strukturen dar (SK 10),

Was ist ein Asylantrag?

 

  • Eine Familie beantragt Asyl.

 

 

  • beschreiben grundlegende gesellschaftliche, ökonomische und politische Prozesse (SK 11),
  • formulieren in Ansätzen einen begründeten, eigenen Standpunkt (UK 3),

 

 

Kinder und Jugendliche ohne Begleitung

Welche Rechte sind Kinderrechte und was sagen die Kinderrechte zu „Kinder als Flüchtlinge“?

  • Kinder als Flüchtlinge, Artikel 22 der Kinderrechtskonvention.
  • Ergebnisse auf einem Plakat zusammenstellen
  • benennen das Thema und beschreiben den Aufbau bzw. die Strukturelemente von einfachen Grafiken, Statistiken, Schaubildern, (Klima-) Diagrammen, Bildern sowie historischen Sachquellen und ordnen diese ein (MK 6),
  • erstellen mit Hilfestellung einfache Kartenskizzen, Diagramme, Zeitleisten und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 14).

 Konkretisierte Kompetenzerwartungen:

  • stellen grundlegende Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen in schulischen und außerschulischen Gemeinschaften dar (SK).

 

 Sequenz 5: Herzlich willkommen!“ – Wir wollen euch nicht!

Sind Flüchtlinge in Deutschland willkommen?

  • Willkommenskultur bedeutet…
  • Filmgespräch mit einer Partnerin / einem Partner: in einer Tabelle Beispiele für „Willkommen“ und „Ablehnung“ gegenüberstellen

Übergeordnete Kompetenzen:

  • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 2),
  • formulieren in Ansätzen einen begründeten, eigenen Standpunkt (UK 3),
  • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 4),

Oder sind Flüchtlinge eine Bedrohung?

  • Demonstrationen gegen Flüchtlinge gibt es, weil…
  • Eigene und fremde Positionen unterscheiden und gelten lassen
  • beurteilen überschaubare Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 5),

 

 

 

  • Verschiedene Meinungen über Flüchtlinge.
  • Info-Kärtchen auf einem Meinungsstrahl eintragen.
  • Bereit und fähig sein, sich auf verschiedene Einzelerfahrungen einzulassen, zuhören und berichten
  • In Ansätzen eine eigene Meinung herausbilden und begründen
  • identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich und geben diese zutreffend wieder (MK 11),
  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 1),
  • gehen mit Differenzen im schulischen Umfeld angemessen um, d.h. sie suchen in konkreten Konfliktsituationen nach Verständigung bzw. umsetzbaren Lösungen und praktizieren Formen der Konfliktmediation (HK 5).

 

Dürfen wir die Grenze schließen oder Mauern bauen?

  • Das Recht auf Asyl Grundgesetz Art 16a, (1) „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“

 

Konkretisierte Kompetenzerwartungen:

  • beschreiben Lebensformen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen im Hinblick auf Wünsche, Bedürfnisse, materielle Ausstattung und Beteiligung (SK),

 

 

  • Ein oder zwei Vorschläge ausprobieren und bewerten.

 

  • beschreiben Regeln für einen kooperativen, sozialverträglichen und gewaltfreien Umgang miteinander (SK).

 

Das kann ich schon, das möchte ich noch lernen.

  • Selbsteinschätzung
  • Selbstevaluation

 

 Zeitbedarf: insgesamt ca. 12 Stunden

 

Zum Seitenanfang

© 2021 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule