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Selbstgesteuertes Lernen

Lernende als Subjekte des eigenen Lernprozesses

Die Förderung des selbstgesteuerten Lernens ist zentrales Ziel zahlreicher Unterrichts- und Lernzeitenkonzepte. Hinsichtlich dieser Organisationsform des Lernens existiert eine Vielfalt an Begrifflichkeiten. Die Rede ist von selbstorganisiertem, selbstständigem, eigenverantwortlichem, selbstbestimmtem oder auch von autodidaktischem Lernen. Gemein ist allen diesen Ansätzen, dass sie den Beteiligten des Lehr/-Lernprozesses veränderte Rollen zuweisen. Der vormals eher passive, Lerner, der Wissen überwiegend präsentiert bekommt, wird zum Subjekt seines Lernprozesses, den er selbst zu steuern lernt. Als Konsequenz daraus ändert sich auch die Rolle der Lehrperson, die nicht mehr alleine nur Wissen vermittelt, sondern sich als Initiator von selbstgesteuerten Lernprozessen versteht, in denen sie beobachtet, begleitet, berät, motiviert, Hilfe zur Selbsthilfe gibt und vieles mehr.

Grafik: Kompetenzen im ÜberblickIndividuelle Lernbedürfnisse im Mittelpunkt

Selbstgesteuertes Lernen ist also ein aktiver Lernprozess, der die Schülerinnen
und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von ihren individuellen Lernbedürfnissen haben diese in einem bestimmten Lernsetting des offenen Unterrichts die Möglichkeit zu beeinflussen was, wie, mit wem und wo sie lernen. Sie setzen sich mit mehr oder weniger Hilfe eigene Ziele, wählen dargebotene Lerninhalte, aber auch Lernstrategien, Lernpartner und möglicherweise auch Lernorte aus, planen ihren Lernprozess und arbeiten in ihrem eigenen Lerntempo an persönlichen Schwerpunkten. In Lernarrangements des selbstgesteuerten Lernens hat auch das Nachdenken über das eigene Lernen einen festen Platz:
Die Lernenden üben sich darin, das Erreichen der persönlichen Ziele zu reflektieren, Material, Strategien und Lernwege zu überprüfen sowie den Lernerfolg bzw. -fortschritt zu bewerten.

Selbstgesteuertes Lernen als Ziel

Angesichts der hohen Anforderungen, die  selbstgesteuertes Lernen an die Schülerinnen und Schüler stellt, ist dieses als Fernziel aller unterrichtlicher Bemühungen zu verstehen: Zahlreiche methodische, inhaltsbezogene, soziale und personale Kompetenzen, die dieses Lernsetting erfordert, müssen intensiv trainiert und behutsam entwickelt werden (vgl. Abb.). Um Lernende nicht zu überfordern, empfiehlt sich eine schrittweise Vorgehensweise, in der Schülerinnen und Schüler in dem Maße Verantwortung für ihr Lernen übernehmen, wie sich ihre Basiskompetenzen entwickeln.

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Literatur

  • Selbstständigkeit erwächst aus Selbsttätigkeit und Selbstvertrauen
    Heymann, Hans Werner (2015): Selbstständigkeit erwächst aus Selbsttätigkeit und Selbstvertrauen. Was Lehrer im Unterricht dafür tun können. In: Pädagogik. Heft 2. S. 6-9.
  • Lernprozesse reflektieren und planen
    Heislbetz, Elisabeth/Miederer, Gertrud (2015): Lernprozesse reflektieren und planen. Argumente – Instrumente – Anforderungen. In: Pädagogik. Heft 3. S. 8-13.
  • Lernziel: Selbstgesteuertes Lernen
    Klippert, Heinz (2010): Heterogenität im Klassenzimmer. Wie Lehrkräfte effektiv und zeitsparend damit umgehen können. Weinheim, Basel: Beltz. S. 89-92.
  • Schule irgendwie anders. Lernen mit dem Logbuch
    Künzel, Annika/Wachholz-Kensmann, Claudia (2014): Schule irgendwie anders. Lernen mit dem Logbuch. In: Praxis Schule 5-10. Heft 1. S. 16-25.
  • Sich und andere motivieren durch Möglichkeiten zur Partizipation
    Leonhard, Jenni (2014): Sich und andere motivieren durch Möglichkeiten zur Partizipation. In: Pädagogik. Heft 2. S. 28-33.

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