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Lernen mit differenzierten Arbeitsplänen

Die Planung der Organisation des Lernens in Lernzeiten umfasst die Übereinkunft darüber, auf welcher Grundlage gelernt werden soll. Viele Schulen entscheiden sich für den Einsatz von Arbeitsplänen, die selbstgesteuertes Lernen initiieren und strukturieren. Mit Hilfe von Arbeitsplänen arbeiten die Schülerinnen und Schüler für einen ausgewiesenen Zeitraum in ihrem persönlichen Lerntempo selbstständig an Inhalten und Themen eines bestimmten Faches. Je nach Konzeption können Arbeitspläne der Übung und Vertiefung eines bekannten Fachinhalts dienen. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass sich Lernende auf der Basis ihrer Vorkenntnisse neue Fachinhalte selbst erschließen.

Der Vorteil der Arbeitspläne liegt darin, dass auf der Grundlage dieser Pläne differenziert und individualisierend gearbeitet und somit gezielt auf die Bedürfnisse einer heterogenen Schülerschaft eingegangen werden kann: Zuständige Fachlehrkräfte können in der Entwicklung von Arbeitsplänen hinsichtlich der gewählten Aufgaben, Lernmaterialien, Arbeitsmethoden oder der vorgesehenen Sozialformen die spezifischen Lernvoraussetzungen ihrer Lerngruppe berücksichtigen. Folgende Möglichkeiten der Differenzierung bieten sich an:

Aufgabenformate

Die in den Arbeitsplänen vorgesehenen Aufgaben können verschiedene Lernniveaus vorsehen. So können Basis-, aber auch weiterführende Aufgaben Berücksichtigung finden. Hilfreich ist es zudem Pflicht-, aber auch Wahlaufgaben zur Verfügung zu stellen, so dass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, Themenschwerpunkte innerhalb eines bestimmten Fachinhaltes auszuwählen und so nach Interesse zu lernen. Zusatzaufgaben motivieren schnelle Lernende sich eingehender mit einer Thematik auseinanderzusetzen und Inhalte zu vertiefen. siehe auch Aufgabenarten

Lernmaterialien

Aufgabenstellungen in Arbeitsplänen können zahlreiche Lernmaterialien berücksichtigen. Ideal ist es, wenn Schülerinnen und Schüler sich wahlweise unterschiedlichster Lern- und Arbeitshilfen bedienen können, die in den Lernräumen verfügbar sind. Dies können Fachbücher, Arbeitshefte, fachspezifische Materialsammlungen, Nachschlagewerke, aber auch Lernsoftware-Angebote oder Audiodateien sein. Ein differenziertes Angebot an Materialien motiviert Lernende und kommt ihren persönlichen Präferenzen entgegen.

Sozialformen

Motivierend für Schülerinnen und Schüler ist es, wenn in Arbeitsplänen verschiedene Sozialformen vorgesehen sind. In Phasen selbstständiger Arbeit kann neben der Einzelarbeit auch die Arbeit mit einer Lernpartnerin/einem Lernpartner oder in der Gruppe möglich sein. Auch können Schülerinnen und Schüler für bestimmte Aufgaben oder Themengebiete als Expertinnen und Experten fungieren und bei Lernschwierigkeiten entsprechende Hilfen geben. Für jede Form der Zusammenarbeit sollte bedacht werden, dass eine ruhige Arbeitsatmosphäre für alle Schülerinnen und Schüler erhalten bleibt. Hier empfiehlt es sich eine Flüsterkultur (LINK) zu etablieren oder für kooperative Tätigkeiten spezielle Lernräume zur Verfügung zu stellen.

Lerntempo

Schülerinnen und Schüler benötigen für Arbeitsprozesse unterschiedlich viel Zeit. Auf der Grundlage von Arbeitsplänen ist es möglich, mit den Lernenden individuell zu besprechen, welche Aufgaben sie/er innerhalb des Arbeitsplans bearbeitet, und individuelle Zeitvorgaben zu vereinbaren. Für die/den Lernende/n entfällt der Druck mit dem Durchschnittstempo der Lerngruppe mithalten zu müssen. Schnelle Schülerinnen und Schüler können in ihrem Arbeitsprozess fortschreiten, ohne warten zu müssen.

Produkte

Sinnvoll kann es sein, wenn Arbeitspläne eine Wahlfreiheit lassen, zu welchen Produkten Arbeitsprozesse in Lernzeiten führen. Schülerinnen und Schüler haben dann die Möglichkeit, selbstständig zu entscheiden, ob sie ihre Arbeitsergebnisse in einem Plakat, einer Wandzeitung oder auch einer Graphik (z. B. Mind-Map, Tabelle, Diagramm) festhalten. Möglich ist es auch handlungsorientierte Produkte in Form von Rollenspielen, Interviews oder Diskussionen als Lernergebnisse zur Auswahl zu stellen.

Gestaltung der Arbeitspläne

Da die Schülerinnen und Schüler mit Arbeitsplänen selbstständig arbeiten ist es sinnvoll, sich im Kreis der Fachlehrkräfte auf bestimmte Gestaltungskriterien zu einigen. Arbeitspläne sollten klar strukturiert sein und hinsichtlich der Aufgabenstellung eindeutig zu verstehen sein. Eine Berücksichtigung verschiedener Anforderungsniveaus garantiert die aktive Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler am Arbeitsprozess. Hilfreich ist es ein einheitliches Format für Arbeitspläne innerhalb der Fachschaft oder besser noch fachübergreifend zu entwickeln. Bekannte Aufgabenformate befördern selbstständiges Lernen, besonders wenn dies erst eingeübt wird.

Aus der Praxis

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Literatur

  • Individualisiertes Lernen in der Sekundarstufe
    Vaupel, Dieter (2014): Individualisiertes Lernen in der Sekundarstufe. Mit Wochenplänen kompetenzorientiert unterrichten. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Individualisierter Unterricht mit Wochenplänen
    Vaupel, Dieter (2014): Individualisierter Unterricht mit Wochenplänen. Den Kompetenzaufbau in die Hände der Schüler legen. In: Pädagogik Heft 3. S. 40-43.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 09.05.2018